Aktuelles und Berichte


Exkursion zur Bayerischen Landesausstellung nach Freising
Am 18. Mai ging es mit dem Bus zur diesjährigen Bayerischen Landesausstellung „Tassilo, Korbinian und der Bär – Bayern im frühen Mittelalter“ nach Freising. Im Bus gab der 1. Vorsitzende einen kurzen Abriss über die Geschichte der Stadt Freising. Im frühen Mittelalter war der Ort unter dem Namen Frigisinga eine Herzogspfalz im ersten bairischen Stammesherzogtum. Um 715 wurde Freising eine agilolfingische Residenz, zu der eine Burg, ein Wohnsitz und eine Marienkapelle gehörten. Freising ist die einzige bekannte Stadtgründung der bajuwarischen Agilolfinger und damit die älteste Stadt in Oberbayern.
Nach Ankunft in Freising besuchten die Exkursionsteilnehmer die Altstadt und bestaunten einige der herrlichen Bauten mit ihren wunderschönen Fassaden. 


Die aus rotem Marmor bestehende Mariensäule am zentral gelegenen Marienplatz wurde 1674 zur Verehrung Marias als Patrona Bavariae von Fürstbischof Albrecht Sigismund gestiftet.


Bevor die Exkursionsteilnehmer individuell die Stadt weiter erkunden konnten, erzählte der 1. Vorsitzende kurz die Geschichte des Freisinger Doms. Der Bayernherzog Theodo gründete um 715 eine Marienkirche auf dem Freisinger Burgberg. 739 wurde die Marienkirche zur Bistumskirche auf dem Domberg. In den Jahren 855 bis 875 baute Bischof Anno einen größeren Dom im Stil einer altchristlichen Basilika. Nach einem verheerenden Brand, der alles vernichtete, baute Bischof Adalbert den Dom und die anderen Gebäude in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts neu auf. Ende des 15. Jahrhunderts wurde der Dom nach gotischen Gesichtspunkten angepasst und an Stelle der bisherigen flachen Decke ein Gewölbe eingezogen. Im 17. Jh. wurde der Dom nach den ästhetischen Vorstellungen der Renaissance umgebaut. Weißes Stuckrahmenwerk ersetzt seitdem das gotische Rippengewölbe. Das Hochaltarbild stammte vom größten Maler der Zeit, Peter Paul Rubens. 1724 gestalteten der Bildhauer Egid Quirin Asam und sein Bruder, der Maler Cosmas Damian Asam, den Innenraum des Domes mit reichhaltigen Stukkaturen neu.
Nach dem Mittagessen in einem Restaurant am Marienplatz ging es auf den Domberg. 


Dort bestaunten wir zunächst den herrlichen Dom mit seiner Ehrfurcht erweckenden Krypta. Im Dom gab uns Elisabeth Rechenauer, Kunsthistorikerin und Vereinsmitglied, interessante Erläuterungen zu den kunsthistorischen Details.


Seit Ende des 19. Jahrhunderts befinden sich die Reliquien des hl. Korbinian im Korbiniansschrein.


Danach ging es zum Diözesanmuseum, wo die Landesausstellung präsentiert wird. In zwei Gruppen unterteilt ließen wir uns durch die Ausstellung führen.
Gleich zu Beginn begegneten wir dem Schutzpatron der Diözese München – Freising, 


Bischof Korbinian und dem präparierten Bär Bruno. Hier ging die Führung eingehend auf die Geschichte des Missionars und die Legende um Korbinian und dem Bär ein. Diese erzählt, dass Korbinian auf einer Reise nach Rom einem wilden Bären begegnet sei. Nachdem der Bär das Packpferd getötet hatte, zähmte Korbinian den Bären und ließ ihn die Lasten tragen. Soweit die Legende. Der aus Irland stammende Korbinian entschied sich in jungen Jahren für das Leben eines Eremiten. Bei seinen Pilgerreisen nach Rom bewegte der Papst Korbinian dazu, das Einsiedlerdasein zugunsten der Missionsarbeit aufzugeben.
Der agilolfinger Herzog Theodo pilgerte 715 nach Rom und bat Papst Gregor II. um die Errichtung von Bischofssitzen in Bayern. Dies führte ein Jahr später zur päpstlichen Instruktion, vier Bischofssitze in Regensburg, Passau, Salzburg und Freising zu gründen. Bei seinen Bestrebungen, dem Herzogtum Bayern-Freising eine kirchliche Ordnung zu geben, unterstützte Korbinian Herzog Grimoald. Auf Wunsch des Herzogs ließ er sich um 720 bei Freising nieder.
Durch sein Wirken machte Korbinian Freising zu einem bedeutenden geistlichen Zentrum in Bayern. Nachdem Korbinian die nach damaligem Kirchenrecht verbotene Eheschließung des Herzogs mit der Frau seines verstorbenen Bruders beanstandete, kam es zum Streit mit Grimoald und Korbinian musste Freising verlassen.
Einen großen Raum nahmen in der Ausstellung die ersten Missionare ein, die Bayern im 8. Jhd. besucht hatten. Zu ihnen zählten neben Korbinian der angelsächsische Bonifatius, der die Bistümer Würzburg und Eichstätt gegründet hat. Weiter der Wandermönch Emmeram, der u.a. in Regensburg wirkte sowie Rupert, der Schutzheilige von Salzburg. Er ließ dort die Peterskirche bauen und gründete das Kloster Nonnberg.


Wie bereits der Titel angekündigt hat, bildete der Bayernherzog Tassilo III. einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung. Tassilo war mit dem mächtigen Frankenkönig Karl der Große verwandt. Der siebenjährige Tassilo wurde unter der Vormundschaft seiner Mutter, der bairischen Herzogin Hiltrud, als Herzog von Baiern eingesetzt. Im Jahr 757 übernahm Herzog Tassilo III. die Alleinregierung in Baiern.
Tassilo nahm auf das kirchliche Leben in seinem Herzogtum starken Einfluss. Er stiftete Klöster und beteiligte sich an der Gründung von Adelsklöstern, um eine Herzogskirche aufzubauen.
Unter anderen gehören Kloster Frauenchiemsee und Kloster Innichen im heutigen Südtirol dazu.
Herzog Tassilo hielt sich mehrfach in Italien auf und verbündete sich mit dem Langobardenkönig Desiderius, dessen Tochter Liutperg er heiratete.
Der königsgleiche Tassilo erreichte eine territoriale Machtstellung, die vor ihm kein anderer Agilolfinger besessen hatte. Damit war Tassilo III. Karl dem Großen zu mächtig geworden und so marschierte Karl im Jahr 787 mit drei Heeren in Bayern ein. Tassilo unterwarf sich auf dem Lechfeld bei Augsburg, leistete einen Treueeid und nahm sein Herzogtum vom König zu Lehen.
788 berief König Karl einen Reichstag in Ingelheim ein. Tassilo kam dorthin auf Weisung des Königs. In einem Schauprozess wurde ihm vorgeworfen, er habe Karl den Treueeid gebrochen. Daraufhin verurteilte ihn Karl zum Tode, begnadigte ihn aber mildherzig und verbannte ihn ins Kloster.
Den Höhepunkt der Führung bildete der originale Tassilo-Kelch. In einer Glasvitrine erstrahlte dieses wahrlich beeindruckende Kunstwerk frühmittelalterlicher Goldschmiedekunst. 


Der Kelch wurde von Tassilo III. und seiner Gemahlin Liutperg dem Bischof von Krems um 780 gestiftet. Er zeigt Christus als König, das Stifterpaar und weitere Details der christlichen Lehre.


Mit vielen Informationen zu Freising, dem Dom und dem frühen Mittelalter Bayerns „gefüttert“ ging es am Abend zurück nach Oberaudorf.


Besuch der Ausstellung "Sehnsuchtsblaue Ferne! Der Münchner Landschaftsmaler August Seidel (1820-1904) und Weggefährten in der Städtischen Galerie Rosenheim
Am 20. April besuchte eine Gruppe interessierter Mitglieder des Vereins die Gemäldeausstellung in der Städtischen Galerie Rosenheim. Durch die Ausstellung führte der 1. Vorsitzende, der an den Vorbereitungen zur Ausstellung selbst beteiligt war. Zunächst ging Norbert Schön auf das Entstehen der Ausstellung ein. Im Wesentlichen ist es dem Münchner Raketenforscher Prof. Dr. Robert Schmucker zu verdanken, der mit der Gründung der Forschungsstelle August Seidel Leben und Wirken des Münchner Landschaftsmalers  erforschen ließ.
In der Ausstellung wird eine große Zahl  beeindruckender Werke in großem und kleinem Format gezeigt. Daneben bietet sie viele Arbeiten von Künstlern, die entweder Vorbild, Lehrer oder Weggefährten von August Seidel waren. Da findet man Gemälde bekannter Maler, wie z.B. des Heidelbergers Carl Rottmann, der Dresdener Brüder Albert und Max Zimmermann und des Münchners Carl Spitzweg.


Norbert Schön erklärte, wie es zu der „Sehnsucht“ nach den Motiven vor und in den bayerischen Alpen gekommen und wie der Werkprozess bei der Entwicklung eines Gemäldes abgelaufen ist. Angereichert war die Ausstellung durch eine Reihe originaler Malutensilien und Skizzenbücher von August Seidel. Am Ende der Führung waren alle Teilnehmer von der Ausstellung begeistert, und einige ließen das Gesehene bei der Einkehr im Gasthaus ´Zum Johann Auer´ noch nachklingen.


Besichtigung des  Museums in der Festung Kufstein und Rundgang auf der Festung
Ergänzend zum Vortrag über die neuesten Grabungen in der Tischoferhöhle besuchten wir am 27. April das Museum auf der Festung Kufstein. Der uns bereits von einer früheren Führung her bekannte Austrian-Guide Dr. Nagiller empfing uns auf der Festung und begann seine Führung mit einem Abriss der Geschichte der Stadt Kufstein und der Festung.


Anschließend ging es zum Museum, wo vereinbarungsgemäß nur der Raum mit den vorgeschichtlichen Funden aus der Tischoferhöhle besucht wurde. Dr. Nagiller berichtete über die Ergebnisse der früheren Grabungen mit Schwerpunkt auf die Arbeit des Münchner Paläontologen Prof. Schlosser von 1909. Schon beim Betreten des abgedunkelten Raumes beeindruckte das Skellett eines riesengroßen, aufrecht stehenden Höhlenbären.


Nicht minder interessant waren die zahlreichen Zeugnisse von menschlichen Aufenthalten in der Höhle, die von der Alt-Steinzeit vor rund 40000 Jahren, bis in die Bronzezeit etwa 2000 Jahre v. Chr. reichen.

Den Abschluss der Führung bildete der Besuch der Heldenorgel und des „Tiefen Brunnen“.


Durch einen langen, in den Fels gehauenen Gang ging es zurück zum Festungsrestaurant, wo die Exkursion bei angenehmem Wetter und gutem Mittagessen im Freien zu Ende ging.


Vortrag "Von neuen Grabungen und alten Funden - Forschungen zur Tischoferhöhle bei Kufstein"

Im Kursaal der Gemeinde Oberaudorf hielt am 11. April der Archäologie Dr. Joachim Pechtl den Vortrag zu den Erkenntnissen früherer und aktueller archäologischer Grabungen in der Tischoferhöhle. Nach der Begrüßung durch den Vorstand des Vereins und der Vorstellung von Joachim Pechtl berichtete dieser zu Beginn ausführlich über Grabungen und Funde bis in jüngste Zeit.
Es begann bereits 1607 mit einem Brief von Karl Schurff, dem Burghauptmann der Feste Kufstein, an Erzherzog Maximilian III, in dem er auf Knochenfunde in der Höhle hingewiesen hat.
Die erste wissenschaftliche Grabung leitete der 1. Inhaber der Lehrkanzel für „Mineralogie und Geognosie“ der Universität Innsbruck, Adolf Pichler, 1859. Er gilt als der „Entdecker“ der sogenannten „Knochenhöhle“.
Weitere Grabungen fanden in den Jahren 1905, 1906 und 1907 auf Veranlassung des „Historischen Vereins“ Kufstein statt. 1906 wurden in der Tischoferhöhle durch Prof. Schlosser aus München mit Herren des Historischen Vereins und sechs Arbeitern Ausgrabungen vorgenommen, welche überraschende Ergebnisse brachten.





















Es wurden Menschenknochen, Gefäße, Bronzenadeln, ein Steinbeil und ein Höhlenbärenschädel gefunden. Leider haben Schlosser vorrangig die paläontologischen Funde – also insbesondere große Tierknochen – interessiert, an den archäologischen Funden hatte er kein besonderes Interesse. Die Ergebnisse dieser Grabungen wurden bereits 1909 in einer umfangreichen wissenschaftlichen Veröffentlichung vorgestellt. Leider sind dort aber nur sehr eingeschränkt Anhaltspunkte zum konkreten Vorgehen bei den damaligen Grabungen zu finden.

Archäologen an der Universität Innsbruck haben sich gefragt, ob bei den sehr umfangreichen früheren Grabungen tatsächlich der gesamte Höhlenboden ausgeräumt wurde - oder ob noch irgendwo ungestörte Reste vorhanden sind. Mit diesem Ansatz fanden dann 2022 und 2023 unter der Leitung von Joachim Pechtl Lehr-Grabungen mit Studenten der Uni Innsbruck statt.



Blick aus dem Höhleninneren


Die Frage, ob es in der Höhle nach all den früheren Grabungen noch ungestörte Bereiche gibt, sollte mittels Bohrungen geklärt werden. Unter Beachtung diverser Kriterien wurde eine geeignete Stelle ausgewählt. Die Untersuchung der Bohrkerne zeigte, dass man tatsächlich so eine „unberührte“ Stelle gefunden hatte.



Die anschließenden Grabungen und Auswertungen ergaben tatsächlich neue Funde. In aufwändiger Arbeit siebte, reinigte und dokumentierte das Grabungsteam sämtliches geborgenes Material. Die Funde passten in das bisher bekannte Fundspektrum.  



Dabei handelt es sich um menschliche Reste einer Bestattung in der Steinzeit, eiszeitliche Tierknochen von Höhlenbären, Zahnartefakte und unscheinbare Feuersteine (Silex). Deren Vorhandensein bezeugt die Anwesenheit von Menschen der Steinzeit, da in diesem Zeitraum Werkzeuge und Waffen insbesondere aus Silex bestanden haben. Die Erforschung der Herkunft der Feuersteine ergab Aufschluss auf mögliche Aufenthaltsorte der Steinzeitmenschen. Exemplare aus dem Donaugebiet bei Kehlheim machen es wahrscheinlich, dass ausgehend von einer größeren Gruppe im dortigen Gebiet mehrere Basislager aufgesucht wurden, von denen aus wieder einzelne Gruppen von Jägern die ihnen bekannten Orte wie die Tischoferhöhle aufgesucht haben. Dort konnten dann zum Beispiel im Winter vergleichsweise ungefährlich Höhlenbären im Winterschlaf erlegt werden.

Die zeitliche Einordnung aller bisherigen Funde lässt darauf schließen, dass sich Menschen bereits in der Altsteinzeit vor ca. 40.000 Jahren, also zwischen den letzten beiden maximalen Vereisungen des Voralpenraumes, in der Höhle aufgehalten haben. Dann wieder in der Jungsteinzeit des 4. Jahrtausend vor Chr., in der Bronzezeit 2200-1800 v. Chr. und bis in die Neuzeit haben Menschen die Höhle besucht.
Mit Spannung werden die weiteren Auswertungen erwartet, über die dann zu einem späteren Zeitpunkt berichtet werden wird.
Mit viel Applaus bedankten sich die Zuhörer bei Dr. Joachim Pechtl. Nach der anschließenden Diskussionsrunde verabschiedete der Vereinsvorstand den Referenten und die Zuhörer.


Jahreshauptversammlung 2024
Am 2. Februar 2024 begrüßte der 1. Vorsitzende, Norbert Schön, die anwesenden Mitglieder beim Gasthaus Waller/Reisach zur diesjährigen Jahreshauptversammlung.
Zu Beginn der Sitzung bat er die Anwe­senden, sich zum Gedenken an die verstorbenen Mitglieder zu erheben.
In seinem Bericht zeigte er die Entwicklung der Mitgliederzahl des Vereins auf. Derzeit hat der Verein 157 Mitglieder. Anschließend gab er einen Rückblick auf die Aktivitäten im zurückliegenden Vereinsjahr.
N. Schön berichtete über den Stand der Bearbeitung der Dokumentation von Keramikscherben des 11./12. Jhs. aus dem Unterinntal. Diese wurden von den Archäologen an verschiedenen geschichtsträchtigen Standorten, unter anderem bei den Burgen Alt- und Neu-Falkenstein, auf dem Petersberg, bei der Auerburg und im Grafenloch gefunden.
Die vier Exkursionen führten in die Fuggerstadt Augsburg, in das Oberaudorfer Barockmuseum zur Sonderausstellung „Deutsche und österreichische Barockmalerei des 17. und 18. Jahrhunderts“, zum restaurierten 400 Jahre alten Gugg-Hof in Brannenburg/Degerndorf und nach Rattenberg einschließlich Besuch des Brixener Bergbaumuseums.
Am 18. November 2023 hielt N. Schön selbst im Kursaal der Gemeinde Oberaudorf den Vortrag „Eine Eisenbahn fürs Inntal - Bau der Maximilianbahn 1852 - 1858“. Die sehr gut besuchte Veranstaltung fand großen Anklang bei den Zuhörern.
Am Ende seines Berichtes stellte N. Schön die ersten für das laufende Jahr vorgesehenen Aktivitäten vor.
Es folgten die Berichte der Schriftführerin Sigrid Schön sowie des Schatzmeisters Bernd Vinzenz.
Der Kassenprüfer Paul Funk hat die Prüfung der Unterlagen des Schatzmeisters durchgeführt. Er stellte das Ergebnis der Kassenprüfung vor und empfahl die Entlastung des Schatzmeisters und des Vorstandes. Diese erfolgte einstimmig bei vier Enthaltungen.
Beim nächsten Punkt der Tagesordnung mussten Vereinsvorstand sowie zwei Kassenprüfer neu gewählt werden. Im ersten Schritt wählte die Versammlung Dr. Wolfgang Hering, Dr. Wolfgang Graf von Keyserlingk und Otttmar von Stackelberg zum Wahlausschuss. Dieser führte die Wahl satzungsgemäß durch. Der bisherige Vorstand wurde ohne Gegenstimme wieder gewählt. P. Funk wurde bestätigt, Maria Krenek als weitere Kassenprüferin neu gewählt - beide einstimmig.

Vereinsvorstand und Kassenprüfer (von links): 1. Vorsitzender Norbert Schön, Schatzmeister Bernd Vinzenz, Schriftführerin Sigrid Schön, Kassenprüferin Maria Krenek, 2. Vorsitzender Michael Steigenberger, Kasssenprüfer Paul Funk


Beim Punkt Wünsche und Anträge stellte zunächst M. Steigenberger das Vereinsmitglied Thomas Maier vor, der als Sondengänger bereits häufiger seine Funde für das Oberaudorfer Museum im Burgtor zur Verfügung gestellt hat. Hierfür gab es Applaus von den Mitgliedern. Ottmar von Stackelberg bat darum, Veranstaltungen des Vereins möglichst am Wochenende abzuhalten. Annemarie Beer sprach dem Vereinsvorstand ausdrücklich ihren Dank für die hervorragende Vereinsführung aus und erhielt dafür viel Beifall.
Norbert Schön bedankte sich bei allen für das Kommen und beendete die Versammlung.


Vortrag "Eine Eisenbahn fürs Inntal - Bau der Maximilianbahn 1852 - 1858"

Im sehr gut besetzten Kursaal der Gemeinde Oberaudorf konnte der 1. Vorsitzende des Historischen Vereins Audorf, Norbert Schön, am 18. November 2023 zahlreiche Zuhörer zu seinem Vortrag begrüßen.


Der Titel „Eine Eisenbahn fürs Inntal - Bau der Maximilianbahn von 1852 bis 1858“ hatte offensichtlich großes Interesse geweckt.
Nach der Schilderung seiner ersten persönlichen Eisenbahnerlebnisse in den 1960er Jahren ging Norbert Schön näher auf die Verkehrssituation im Inntal vor der Aufnahme des Eisenbahnbetriebes ein. Gereist und transportiert wurde zu Fuß, zu Pferd, per Kutsche und auf dem Wasser.
Bereits in den 1829er und 1830er Jahren hatten Privatpersonen wie in Bayern Joseph Ritter von Maffei  und in Tirol Alois von Negrelli die Idee zum Bau einer Eisenbahnverbindung über die Alpen. Ihre Trasse führte noch auf der rechten, also östlichen Innseite, von Kufstein nach Rosenheim. Nachdem sich aber der bayerische Regent König Maximilian II. mit seiner Bahntrasse auf der westlichen Innseite durchgesetzt hatte, war der bereits fertiggestellte Windshausener Bahnhof überflüssig und wurde fortan als Zollstation genutzt.
1844 wurden die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen gegründet, welche sich auf den Bau von drei Hauptlinien konzentrierten. Eine davon war die Bayerische Maximiliansbahn. Sie wurde als Ost-West-Verbindung zwischen der württembergischen Landesgrenze bei Neu-Ulm im Westen über Augsburg, München und Rosenheim zur österreichischen Grenze bei Kufstein und Salzburg im Osten von 1853 bis 1860 geplant.


Trasse der Maximilianbahn


1853 wurde für die Inntaltrasse eine Königliche Eisenbahnbausektion zunächst in Oberaudorf gegründet, deren Sitz jedoch in Rosenheim war. Wenige Monate später verlegte man die Sektion nach Fischbach, wo sie bis Oktober 1858 verblieb. Sie führte die Planung, Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen, die Bauüberwachung und die Abnahme der fertig gestellten Abschnitte durch.
Auf Tiroler Seite wurde zum strategischen Schutz der Eisenbahn am Fuße des Thierbergs eine Sperrfront mit zwei Türmen errichtet, aber bereits in den Jahren 1880 – 1884 wieder abgebrochen
.


Ab 1852 liefen die Vorarbeiten für den Bau der Eisenbahn auf dem Abschnitt Rosenheim-Kufstein. Die Zahl der Arbeiter betrug je nach Größe des Bauloses einige tausend Mann. Sie kamen selten aus der Umgebung, sondern aus allen Ländern, vornehmlich aus dem Süden. Der Eisenbahnbau erfolgte damals händisch mit Schaufel, Pickel, Maurerkelle und Flaschenzug.
Beim Bau gab es Probleme mit dem Abschnitt südlich von Oberaudorf. Zwischen Schloßberg und Florianiberg musste ein Einschnitt in den felsigen Untergrund gesprengt werden.


Foto mit vergleichbaren Bauarbeiten


Die Bahndämme sorgten für eine nachhaltige Veränderung des Landschaftsbildes.
Beim Bau der Bahnlinie musste eine große Anzahl an sogenannten „Kunstbauten“ errichtet werden. Damit waren in erster Linie Brückenbauwerke gemeint.
Die Bahnstrecke war im Anfang eingleisig, erst 1897 wurde das zweite Gleis zwischen Oberaudorf und Kiefersfelden in Betrieb genommen, weitere 10 Jahre später dann das zweite Gleis von Kiefersfelden nach Kufstein.
Die Elektrifizierung der Strecke Rosenheim-Kufstein war 1927 abgeschlossen.
Zu den wenigen Dokumenten aus der Zeit, die der Referent zeigen konnte,  gehörten Urkunden, die Abrechnungen der Eisenbahn-Commission mit den bei der Ausführung tätigen Personen bzw. Unternehmen beinhalten.


Dokument betreffend die Wiederveräußerung entbehrlicher Grundstücke


Zeichnung eines Zuges der ersten Betriebsphase


Üblicherweise wurden die Lokomotiven mit Steinkohle befeuert. Gerade in Süddeutschland wurde alternativ Torf eingesetzt. So war gerade Rosenheim eine Hochburg der Torfverfeuerung.


Die Lok „Kufstein“ mit einem Torftender


Die Beheizung der Personenwagen erfolgte mit einem Dampferzeuger, der sich in einem mitgeführten Heizkesselwagen befand.
Wesentlicher Bestandteil des Eisenbahnprojektes waren die Bahnstationen entlang der Trasse. Auf derselben befanden sich die Stationen Raubling, Brannenburg, Fischbach, Oberaudorf, Kiefersfelden und Kufstein. Davon vier Bahn-Expeditionen für die Personen - und Güterbeförderung und zwei Anhaltestellen für Personenbeförderung allein.


Der erste Rosenheimer Bahnhof von 1858



Der Oberaudorfer Bahnhof



Der Kufsteiner Bahnhof,  Bauzeit 1872 -  1876


Was waren die Auswirkungen des neuen Transportmittels Eisenbahn?
Täglich verkehrten zwei Züge in beiden Richtungen, so dass der alte Eilwagen- und Postomnibusverkehr auf der Landstraße unmittelbar mit dem Beginn des Eisenbahnbetriebes entfiel. Die Eisenbahn zog aber auch fast den gesamten Güterverkehr an sich, die Innschifffahrt kam zum Erliegen, und auf der Landstraße nach Rosenheim entstand in der Mitte ein grüner Grasstreifen.1860 war der Getreidetransport bis Kufstein und Innsbruck komplett von der Eisenbahn übernommen. Billiges Getreide kam aus Ungarn. Das Überangebot wirkte sich auf die heimischen Bauern dramatisch aus.
Mit der Eisenbahn wurde der Fremdenverkehr verstärkt in das Inntal gebracht. Dies galt im besonderem Maße für Oberaudorf. Kapitalkräftige Städter siedelten sich an, die Verkäufe von Gütern an Auswärtige häuften sich.
Den Abschluss des Vortrages bildeten einige Werke von Künstlern aus der Zeit der Betriebsaufnahme und deren Sicht auf das „bahnbrechende“ Gefährt.


Wilhelm Buschs Zeichnung „Mittagstafel in der Rosenheimer Bahnhofsrestauration“



Exkursion nach Rattenberg und Brixlegg

Am 20. Oktober ging es zu einer Stadtbesichtigung nach Rattenberg und in das Bergbaumuseum in Brixlegg.
Die Geschichte des Inntals ist eng mit der Stadt Rattenberg und dem Bergbau verbunden. In Rattenberg starteten wir mit einer geführten Altstadttour. Die beiden „Guides“ führten uns in zwei Gruppen durch die Altstadt von Rattenberg.
Eingangs erläuterte uns der Guide Klaus Mair - seine Kollegin Maria Egger führte die zweite Gruppe -  die Geschichte der mit weniger als 500 Einwohnern kleinsten Stadt Österreichs.
Rattenberg liegt am Fuß der Burgruine Rattenberg, 1254 erstmals urkundlich erwähnt als „castrum Ratinberch“ . Früher diente die Stadt als Umschlagplatz für Waren der Innschifffahrt und als Zollstelle an der Grenze zwischen Tirol und Bayern. Bis zum Landshuter Erbfolgekrieg war Rattenberg politisch Teil von Bayern. 1505 sicherte sich Maximilian I. den Besitz der vormals zu Bayern-Ingolstadt und danach zu Bayern-Landshut gehörigen Städte Rattenberg, Kufstein und Kitzbühel samt Umgebung.
Gleich zu Beginn der Führung konnten wir am südlichen Ende der Altstadt die im bäuerlichen Stil errichteten Nagelschmiedhäuser aus dem 12. Jh. bestaunen. Jetzt beherbergen sie ein Museum.


Eine Gruppe vor den Nagelschmiedhäusern in Rattenberg


Das historische Zentrum ist im Inn-Salzach-Stil erbaut und heute eine Fußgängerzone.


Im Verlauf des Rundganges bekamen wir von Klaus Mair allerlei interessante Details zur Stadtgeschichte lebhaft erzählt. So auch die Legende von der Tiroler Volksheiligen Notburga, die im 13. Jh. in Rattenberg als Tochter eines Hutmachers geboren wurde und als Patronin der Dienstmägde und der Landwirtschaft verehrt wird.
Ein Highlight des Stadtrundganges bildete die Pfarrkirche St. Vigil. Mit dem Silberbergbau erlebte die Stadt ihre Blütezeit im 15. Jh. und so wurde am Ort einer ehemals kleineren Kirche eine größere gebaut. Diese weist heute noch einen zweischiffigen Grundriss auf. Als Besonderheit ist die Zweiteilung zu sehen, da hierdurch die Bergarbeiterschaft von den hier ansässigen Gewerken (Bergbauunternehmer) und der Bürgerschaft getrennt wurde. Im 18. Jh. wurde der Innenraum im Barockstil umgebaut.


Nach der Mittagspause im Restaurant „Malerwinkel“ schloss sich der Besuch des Bergbaumuseums in Brixlegg an.

Hans Strobl, Obmannstellvertreter des Vereins „Tiroler Bergbau- und Hüttenmuseum in Brixlegg“ führte uns mit großem Fachwissen und bewundernswertem Engagement durch das Museum.

Hans Strobl hinten vor dem Eingang in einen nachgebauten Bergwerksstollen


Er erläuterte uns die historischen Bergbau- und Schmelztechniken. Auf insgesamt 4 Ebenen konnten wir einen wesentlichen Teil der Montangeschichte Tirols kennenlernen. Gezeigt werden Originalfundstücke, Werkzeuge, Informationen über die geologischen Verhältnisse in Tirol sowie historische und moderne Bergbau- und Schmelztechniken. Besondere Aufmerksamkeit zog die große Mineraliensammlung von Dr. Wolfram Bitterlich auf sich. Zudem sind im Museum die interessanten Experimente des Extremkletterers Hias Rebitsch dokumentiert
Mit dem ausdrücklichen Dank des 1. Vorsitzenden Norbert Schön an Hans Strobl ging die Führung zu Ende.
Dann ging es an einem vom Föhnwetter mitbestimmten Tag zurück nach Oberaudorf.


Besuch des Gugg-Hofes in Brannenburg/Degerndorf.
Am Sonntag den 10. September fanden sich 22 Vereinsmitglieder am Wanderparkplatz St. Margarethen in Brannenburg ein. Bei strahlendem Sonnenschein ging es zu Fuß zum Gugg-Hof auf knapp 800 m üNN. 


Dort wurden wir von den Architekten und jetzigen Bewohnern Lisbeth Fischbacher und Daniel Hoheneder empfangen. 


Daniel Hoheneder erzählte uns dann auf der Wiese vor dem rund 400 Jahre alten Gugg-Hof die spannende Geschichte der Restaurierung des Baudenkmals. 


Vor 10 Jahren haben die beiden Architekten begonnen, den zum damaligen Zeitpunkt herunter gekommenen Hof gründlich zu erforschen und aufwändig zu restaurieren. Dabei wurden sie von Experten des Bayerischen Landesamtes für Denkmalschutz begleitet. Stück für Stück konnten sie die Baugeschichte des Hofes rekonstruieren. Bei der Datierung der verschiedenen Bau- und Umbauphasen halfen die Dendrologie und die bautechnische Einordnung der vorgefunden Bauelemente. So wurden die ältesten Gebäudeteile auf 1542 datiert.

Bei der Restaurierung des Bauwerks stand für die späteren Bewohner fest, dass sie soviel ursprüngliches Leben in einem Bauernhof vergangener Jahrhunderte bewahren bzw. wieder herstellen wollten. Dass ihnen dies in bewundernswerter Weise gelungen ist, davon konnten wir uns beim von D. Hoheneder geführten Rundgang durch die Räume im Erd- und im Obergeschoß überzeugen.


Die meisten von uns sind seinem Vorschlag gefolgt, den Gugg-Hof barfuß so zu erfühlen, wie es schon über Jahrhunderte hinweg passiert ist. 


Da gab es dann so manches Detail wie das 400 Jahre alte Türschloss zu einem der Schlafräume zu bestaunen.


Bekanntheit erhielt der Gugg-Hof auch durch die Familie Dientzenhofer, die diesen im 17. Jh. bewohnt hat. Dieser Familie entsprangen die bekannten Baumeister Vater Georg und dessen Söhne Leonhard und Johann, welche europaweit durch ihre außergewöhnlichen barocken Bauten bekannt geworden sind.


Nach dem ausführlichen Rundgang und den äußerst lebhaft geschilderten Informationen konnten wir dann noch bei Kaffee und Kuchen den Gugg-Hof und seinen traumhaften Blick in das Inntal genießen.


Nochmals ein herzliches "Vergelts Gott" und weiterhin viel Erfolg beim Sanieren historischer Bauten den beiden Hoheneders.


Weitere Informationen:

https://www.himmeblau.com/lifestyle/gugg-hof-instandsetzung/



Besuch der Ausstellung "Deutsche und österreichische Barockmalerei des 17. und 18. Jahrhunderts" im Barockmuseum Oberaudorf

Am Samstag, 12. August, besuchten wir die Ausstellung "Deutsche und österreichische Barockmalerei des 17. und 18. Jahrhunderts" im Barockmuseum Oberaudorf. Der Inhaber des Museums, Restaurator Jürgen Jung und sein Kollege Raimund Schreiber, führten uns zwei Stunden durch die interessante Gemäldeausstellung. Herr Jung gab zu jedem Werk ausführliche Erläuterungen.


Die großen Maler des 17. Jahrhunderts, wie Johann Heinrich Schönfeld, Johann Heiss, Ulrich Mayr und Georg Philipp Rugendas d. Ä., waren die dominierenden Künstler in Augsburg und begründeten einen eigenen Lokalstil in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Im 18. Jahrhundert konnte durch Johann Georg Bergmüller, Maler und Direktor der Reichstädtischen Kunstakademie in Augsburg, eine Schar hervorragender Schüler, wie Johann Holzer, Matthäus Günther, Johann Baumgartner und Franz Sigrist hervorgebracht werden. Das machte Augsburg zu einem bedeutenden Zentrum für die süddeutsche und österreichische Barockmalerei der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Herr Jung selbst ist gebürtiger Augsburger und hat somit ein besonderes Interesse an der kunsthistorischen Bedeutung der Stadt.


R. Schreiber gab einen Einblick in die damalige Maltechnik und erklärte den Gebrauch von Naturpigmenten.



Die sehenswerte Ausstellung "Deutsche und österreichische Barockmalerei des 17. und 18. Jahrhunderts" läuft noch bis Ende September.


Nach dem Ausstellungsbesuch ging ein Großteil der Teilnehmer mit auf eine Brotzeit und zum Gedankenaustausch in den Biergarten beim Ochsenwirt. 


Ein rundum gelungener Nachmittag.



Exkursion in die Fuggerstadt Augsburg

Noch bei Regen startete am 17. Mai die Fahrt in die Fuggerstat Augsburg. Die Mitglieder des Historischen Vereins Audorf und und mehr als ein Drittel Gäste – insgesamt 39 Teilnehmer – begrüßte der 1. Vorsitzende, Norbert Schön. Im weiteren Verlauf der Busfahrt gab er einen Überblick über die Geschichte der Stadt Augsburg. Sigrid Schön, Schriftführerin des Vereins, übernahm den zweiten Informationsblock und berichtete über das Kaufmannsgeschlecht der Fugger.

Erhofft, aber unerwartet, besserte sich das Wetter, je näher wir an Augsburg heran kamen. Dort blieb es dann auch den gesamten Tag gut und die mitgebrachten Schirme konnten im Bus bzw. in den Taschen bleiben.
Den weiteren Vormittag übernahmen ab dem vereinbarten Treffpunkt die beiden Stadtführer. Mit je einer Besuchergruppe spazierten sie durch Augsburg und untermauerten mit vielen Details das zuvor im Bus Gehörte. Wie von uns gewünscht bildeten dabei die Fugger mit ihren zahlreichen Bauten den Schwerpunkt.

Die beiden Stadtführer begrüßen die Exkursionsteilnehmer am Augustusbrunnen vor dem Augsburger Rathaus

Der Name der Stadt, die zu den ältesten in Deutschland gehört, geht auf das römische Heerlager und die spätere römische Provinzhauptstadt Augusta Vindelicum zurück. Zur Zeit des Römischen Reiches lebten über 10.000 Menschen in Augsburg. Die Einwohnerzahl wuchs in den folgenden Jahrhunderten kaum an. Um 1500 war Augsburg jedoch mit einer Bevölkerung von etwa 30.000 Menschen nach Köln und mit Prag eine der größten Städte des Heiligen Römischen Reiches. Die Bedeutung Augsburgs wuchs gegen Ende des Frühmittelalters an, als König Otto I. mit Hilfe des Bischofs Ulrich von Augsburg die westwärts strebenden Ungarn 955 in der Schlacht auf dem Lechfeld besiegte. Durch Kaiser Friedrich Barbarossa erhielt Augsburg das Stadtrecht und von König Rudolf von Habsburg die Reichsunmittelbarkeit.
Während des Dreißigjährigen Krieges im 17. Jh. war Augsburg mehrfach Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen schwedischen bzw. schwedisch-französischen Truppen einerseits und bayerischen bzw. kaiserlichen und bayerischen Truppen andererseits.
Vom Beginn der Neuzeit entwickelte sich Augsburg zu einem der bedeutendsten Handels- und Wirtschaftszentren der Welt, was vor allem auf den Einfluss der Kaufmannsfamilien Fugger und Welser zurückging.
Das von bayerischen Truppen besetzte Augsburg verlor 1805 die Reichsfreiheit und fiel an das Königreich Bayern. Bis dahin war es von sieben Patrizierfamilien beherrscht worden.
Im 19. Jahrhundert erlangte Augsburg noch einmal Bedeutung als Zentrum der Textilindustrie und des Maschinenbaus.

Eine der beiden Gruppen vor der Front prächtiger Häuser der Maximilian Straße

Im 14. Jahrhundert errichteten Ordensbrüder das Karmelitenkloster Augsburg mit der Klosterkirche.
Im Jahr 1518 nächtigte Martin Luther im Karmelitenkloster Augsburg. In den Fuggerhäusern musste er dem römischen Kardinal Cajetan zu seinen Thesen Rede und Antwort stehen.
Die Familie Fugger war die einflussreichste der Augsburger Handelsgesellschaften. Gegründet durch Hans Fugger im Jahre 1367 wuchs der fuggersche Betrieb zum wichtigsten im deutschen Reich heran. Sie waren die Bankiers der Päpste und Kaiser und betrieben Handel in der gesamten damals bekannten Welt. Ulrich und Georg Fugger gründeten eine Handelsfirma in Venedig. Ihr jüngster Bruder, Jakob der Reiche, führte die Handelsniederlassung in Innsbruck und leitete die Geschäfte in Bezug auf den Schwazer Bergbau. In Schwaz bauten sich die Fugger einen feudalen Ansitz, das Fuggerhaus. Sein Neffe Anton Fugger konnte das Fuggerimperium vergrößern. Durch Handel mit allen möglichen Waren, von Metallen über Gewürze zu Textilien und Arzneien, konnte Anton Fugger das Firmenkapital mehr als verdoppeln. Nach dem Tod Anton Fuggers 1560 betrug das Vermögen 5,6 Millionen Gulden und es bestanden offene Schuldlasten von 5,4 Millionen Gulden. Die schwindende Rentabilität des europäischen Bergbaus machte auch den Fuggern zu schaffen. 1657 ziehen sie sich als letzte Gewerken aus dem Schwazer Bergbau zurück.
Jakob Fugger stiftete im Jahr 1509 gemeinsam mit seinem Bruder Ulrich Fugger und auch im Namen des 1506 verstorbenen Bruders Georg Fugger eine Gedächtnis- und Grablege-Kapelle, die Fuggerkapelle in St. Anna. Als die Kirche im Jahr 1548 protestantisch wurde, blieb die Fuggerkapelle katholisch.

Grabeskapelle der Fugger in der St. Anna - Kirche

Im Jahr 1243 wurde die Barfüßerkirche von Brüdern des Franziskanerordens inmitten des Augsburger Lechviertels als kleine Kirche errichtet. Den romanischen Nachfolgebau aus dem Jahr 1265 vernichtete ein Brand im Jahr 1398. Danach wurde die Barfüßerkirche als dreischiffige Basilika im Stil der Gotik auf den alten Grundmauern wieder aufgebaut. Einen Turm hatte die Kirche nie.
1757 erfolgte der Einbau einer Prunkorgel, auf der Wolfgang Amadé Mozart bei einer Städtereise gespielt hat.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Barfüßerkirche bis auf die Außenmauern des Chors zerstört. Die komplette Inneneinrichtung – darunter die geschnitzte Kanzel und die Prunkorgel – ging in den Flammen verloren. Bis zum Jahr 1951 wurde die Kirche in vereinfachter Form wiederaufgebaut.

Im Innern der gotischen Barfüßerkirche

Die Stadt liegt an den Flüssen Lech, Wertach und Singold. Die zahlreichen Kanäle in Augsburg werden von 500 Brückenbauwerken überspannt. 2019 wurde „Das Augsburger Wassermanagement-System“ ins UNESCO-Welterbe aufgenommen.
Auf dem Spaziergang wurde der Unterschied zwischen dem höher gelegenen Stadtteil mit der prächtigen Maximilianstraße und der tiefer liegenden Altstadt oder Lechviertel mit den verschiedenen Handwerksbetrieben sehr deutlich. In den 1980er Jahren wurde das ehemals stinkende Lechviertel der Weber, Gerber und anderer Handwerksbetriebe total saniert. Auch die Bezeichnung des Viertels als „Klein Venedig“ verdeutlichen die zahlreichen Kanäle, die wir querten oder an denen wir entlang liefen. Natürlich kamen wir auch am Geburtshaus von Bert Brecht vorbei, das sich in diesem Viertel befindet.

An einem der unzähligen Kanäle der Stadt

Wie vereinbart endete die interessante Führung an der Fuggerei. Die Fuggerei ist die älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt, eine Stadt in der Stadt mit 67 Häusern und 142 Wohnungen sowie einer eigenen Kirche. Jakob Fugger stiftete die Fuggerei auch im Namen seiner Brüder im Jahr 1521. Es leben hier rund 150 bedürftige Augsburger Bürger katholischen Glaubens für eine Jahreskaltmiete von 0,88 € und täglich drei Gebeten.

Eingang in die Fuggerei

Nach dem gemeinsamen Mittagessen im Restaurant „Die Tafeldecker“ an der Fuggerei konnte man am Nachmittag entweder gemeinsam das Römermuseum besichtigen oder die Stadt auf eigene Faust weiter entdecken.
Das Römermuseum war von 1966 bis 2012 in den Räumen der ehemaligen Dominikanerkirche untergebracht. 2012 wurde das Museum in der Dominikanerkirche aufgrund von statischen Problemen des Fußbodens für den Publikumsverkehr auf unbestimmte Zeit geschlossen. Seit 2015 werden die Exponate übergangsweise in der Toskanischen Säulenhalle des Zeughauses präsentiert.
Bevor es in die Ausstellung ging, informierte Michael Steigenberger, 2. Vorsitzender, vor dem Zeughaus über Augsburg in der Römerzeit und über die wichtigsten Exponate der Ausstellung.

Das Römermuseum an seinem Übergangsstandort im Zeughaus

Am Nachmittag blieb für alle Teilnehmer noch genügend Zeit, all das Gesehene und Gehörte bei einem Kaffee sacken zu lassen, ehe es um 17 Uhr zurück nach Oberaudorf ging.


Erfolgreiche Ausstellung „2500 Jahre Kunst in Audorf“

Sicherlich Höhepunkt des Vereinsjahres 2019, aber auch für das Kulturleben in Oberaudorf selbst, war die zweiwöchige Ausstellung „2500 Jahre Kunst in Audorf – Von den Kelten bis Heute“, die der Historische Verein Audorf im August im Zuge seines 30jährigen Bestehens präsentiert hat..  


Den reich bebilderten Ausstellungskatalog gibt es nach wie vor für 5 € in der Tourist-Info der Gemeinde Oberaudorf und beim Historischen Verein Audorf e.V. .


 

Titelseite des Ausstellungskatalogs